St. Emmeram Vogtareuth

Altar, Ambo, Osterleuchter, Priestersitz, Sedilien, Oleareum , Behältnisse für die Hl. Öle

Auftraggeber: Erzbischöfliches Ordinariat München-Freising
Fertigstellung: September 2010

Nach fast dreijähriger Innenrenovierung wird die Vogtareuther Pfarrkirche St. Emmeram durch
einen Festgottesdienst mit Erzbischof Dr. Reinhard Marx am Sonntag, den 26. September,
wiedereröffnet. Das Innere der Kirche war nach fast achtzig Jahren seit der letzten Ausmalung
so stark verschmutzt und unansehnlich geworden, dass eine Renovierung dringend notwendig
wurde. Nun erstrahlt St. Emmeram wieder in neuem Glanz. Schwerpunkte der Renovierung
waren die statische Sicherungen des Gebäudes, die komplette Neuausmalung der Raumschale
und die Neuordnung der liturgischen Orte. Durch das Versetzen des Taufsteines in den Westteil
wurde Raum geschaffen für die neue Altarraumausstattung der Münchner Bildhauerin Sabine
Straub. Volksaltar, Ambo und Sedilien fügen sich nun in Silber und Gold spannungsreich und
harmonisch ein.


Die Neuausstattung, sie umfasst den Volksaltar, den Ambo und die drei Sedilien, wurde von
der in München ansässigen Bildhauerin Sabine Straub geschaffen. Der neue Volksaltar besteht
aus kalt gewalztem, massivem Edelstahl von 15 mm Stärke und wiegt 550 Kilogramm. Er ist
aus zwei ineinander greifenden Spangen gebildet. Da alle Flächen der Spangen, also auch
die Tischoberfläche, gespannt sind, ergibt sich eine sehr dynamische und energiegeladene
Linienführung. Diese Spannung setzt sich im Ambo, dem Osterleuchter und den drei Sedilien,
den Priestersitzen fort. So antwortet die neue Liturgische Ausstattung auf die barocke Formen-
sprache der Kirche – es bildet sich eine harmonische Einheit im Altarraum. Ein weiteres
wichtiges Element ist der Farbwechsel von Silber und Gold in Altar und Ambo. Während die
Außenflächen die Silberfarbe des Edelstahls zeigen, wurden die Innenflächen
mit 24-karätigem Blattgold belegt.
Die Außenseiten des Altares sind unterschiedlich stark Graden geschliffen: während die Tischoberfläche
fast hochglanz poliert erscheint ist, wurde die Vorderfront der Mensa vergleichsweise
stumpf belassen. So ergeben sich unterschiedlichen Grade der Reflexion des Lichts,
der Farben und Konturen. Die Barock- und Rokokoaltäre wie auch die Stuckdecke spiegeln sich
in den Oberflächen. Der Edelstahlaltar löst sich scheinbar in der Umgebung auf.

Dr. Evelyn Frick