Marienkapelle der Bayerischen Landesschule für Körperbehinderte , München

Altar, Ambo, Priestersitz, Osterleuchter und Weihwasserschale

Auftraggeber: Staatliches Bauamt München I
Fertigstellung: Ostern 2006

Der historische Kirchenraum und die Bedürfnisse behinderter Kinder waren wesentliche Kriterien zur Entwurfsfindung der Innenausstattung. Charakteristisch am Kirchenraum ist der umlaufend gefasste Brokatsockel, der das Kirchenschiff als Boot oder Wanne inszeniert. Diese umschließende, bergende Absicht wird in den ovalen Formen von Altar, Ambo Priestersitz aufgegriffen. Die sinnliche Qualität der vergoldeten Oberflächen spiegelt die Ornamentik des Brokatsockels und des barocken Hochaltars. Beim zentralen Element, dem Altar, umschließt eine transparente, filigrane Hülle aus vergoldetem Edelstahlgeflecht einen vergoldeten Zylinder. Beide zusammen tragen das Altarblatt.

Das Kreuzzeichen erwächst aus dem Spiel von Licht und Schatten zwischen zwei hintereinander angeordneten Aussparungen im Korpus. Diese sind so angeordnet, dass sie auch für einen Betrachterhorizont aus der Rollstuhlperspektive zentriert sind.

Die Überschneidung von transparenter Hülle und Kern führt zu komplexen Räumlichkeiten, die entsprechend der liturgischen Bedeutung für jedes Ausstattungsteil individuell strukturiert sind. Das Spiel zwischen historischem Bezug und moderner Aussage findet in den Formen, Materialien und der Materialbehandlung statt.